
Alle Preisträger mit Juroren und Vorständen. Vorne links im Bild Frau Margaret Marquardt, die die Preisgelder überreichte.
Zum zehnten Mal hat die Private Stiftung Ewald Marquardt ihren alle zwei Jahre ausgelobten Zukunftspreis vergeben. Bei der Preisverleihung im gut besuchten Stiftungshaus in Rietheim-Weilheim nahmen die ausgezeichneten Preisträgerteams Prämien von insgesamt 30.000 Euro entgegen.
Die Jubiläumsveranstaltung wurde erstmals musikalisch von einem Violin-Trio der Geschwister Anna, Laura und Sophia Motz von der Musikschule Tuttlingen begleitet.
Der geschäftsführende Vorstand der Stiftung Prof. Dr. Gerald Higelin stellte in seiner Begrüßung die vielfältige Arbeit der Stiftung vor. Neben der Förderung von Wissenschaft und Technik wurde dabei insbesondere auch das Engagement im kulturellen Bereich hervorgehoben. Die Stiftung unterstützt seit vielen Jahren Projekte und Einrichtungen aus Kunst und Kultur und möchte damit einen Beitrag zur kulturellen Bildung und Förderung junger Talente in der Region leisten.
In seiner Ansprache betonte der Vorstand zudem die besondere Bedeutung der mittlerweile zehnten Preisverleihung. Der Zukunftspreis habe in den vergangenen zwanzig Jahren eindrucksvoll die Dynamik technologischer Entwicklungen begleitet und innovative Lösungen sichtbar gemacht. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten seien wissenschaftlicher Fortschritt und Innovationskraft sowie Mut und Beharrlichkeit zur Umsetzung von entscheidender Bedeutung. Der Zukunftspreis wolle hierzu einen Beitrag leisten und Menschen motivieren, zukunftsweisende Ideen mit Kreativität und Ausdauer voranzutreiben.
Mit diesem hochdotierten und weit über die Region hinaus beachteten Preis soll der Schalt-, Steuerungs- und Regelungstechnik, dem Gebiet, das dem Stifter als Ingenieur und Unternehmer wichtig war, öffentliche Aufmerksamkeit verliehen und deren Bedeutung für den technologischen Fortschritt herausgestellt werden.
Der Vorsitzende der Jury und Laudator Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger, ehemaliger Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, würdigte in seiner Laudatio die hohe Qualität der eingereichten Arbeiten. Die ausgezeichneten Projekte hätten erneut gezeigt, wie sehr technologische Innovationen heute ganze Lebens- und Arbeitsbereiche verändern und nachhaltige Entwicklungen ermöglichen können. Gleichzeitig betonte er, dass in Deutschland zwar weiterhin herausragende Erfindungen und technologische Entwicklungen entstehen, beim Transfer dieser Erfindungen in erfolgreiche Innovationen und marktfähige Anwendungen im internationalen Vergleich jedoch noch Nachholbedarf bestehe. Umso wichtiger seien Initiativen und Förderungen, die Kreativität, Unternehmergeist und den Mut zur Umsetzung neuer Ideen stärken.
Der Zukunftspreis 2025 mit einem Preisgeld von 10.000 Euro wurde einem Entwicklerteam der Marquardt GmbH verliehen. Stefan Ruf, Andreas Becher, Martin Faigle, Alexander Resner, Yunus Aydin wurden für ihr Projekt „Smart Access Module (SAM)“ ausgezeichnet. SAM ist ein hochsicheres, modulares Smart-Access-System, das mechatronische Komponenten, moderne Funktechnologien und digitale Backend-Services zu einer integrierten Gesamtlösung vereint. Durch die Kombination aus Ultra-Wideband (UWB), Bluetooth Low Energy (BLE) und Near Field Communication (NFC) ermöglicht SAM einen präzisen, komfortablen und zugleich cybersicheren, schlüssellosen Zugang, basierend auf dem Smartphone als digitalem Schlüssel. SAM leistet einen richtungsweisenden Beitrag zur Digitalisierung, Mechatronik sowie zur Entwicklung zukünftiger digitaler Ökosysteme. Es reduziert physische Schlüssel, erhöht Sicherheit und Komfort für Anwender und schafft die technologische Basis für neue digitale Geschäftsmodelle im Bereich Smart Access.

Der Zukunftspreis 2025 geht an ein Entwicklerteam der Marquardt GmbH. Das Team von Stefan Ruf nimmt den Hauptpreis von Frau Margaret Marquardt und dem Vorsitzenden der Jury und Laudator Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger entgegen.
Der 2. Preis, der mit 7.000 Euro dotiert ist, zeichnet die Entwicklung eines neuartigen Drucksensors mit außergewöhnlich großem Messbereich aus. Die Erfindung von Philipp Reimann, Frank Hedrich, Dr. Sophie Billat, Matthias Storz und Prof. Dr. Alfons Dehé vom Hahn-Schickard-Institut, Villingen-Schwenningen, ermöglicht neue Einsatz-möglichkeiten in Industrie, Forschung und Anwendungen in der Medizintechnik.
Zwei dritte Preise mit einem Preisgeld von je 5.000 Euro wurden an Entwicklerteams der Universität Ulm und der Marquardt GmbH verliehen. Prof. Dr. Claudia Lenk, Steve Durstewitz, Kalpan Ved, Sachin Johny sowie Dr. Tzvetan Ivanov und Prof. Dr. Martin Ziegler wurden für das Projekt ‚Die MEMS-cochlea – ein adaptiver, bio-inspirierter akustischer Sensor für effiziente und rauschtolerante Schallerkennung und -analyse‘ ausgezeichnet. Felix Hake und Dr. Wolfgang Käfer konnten sich über den Preis für die erfolgreiche Entwicklung eines neuen Schalters „Christal Display Switch“ freuen.
Wie bereits in den vergangenen Jahren wurden neben den Hauptpreisen auch Nachwuchspreise für Studierende und Schüler vergeben. Gerade diese Auszeichnungen sollen dazu beitragen, technisch interessierte junge Menschen frühzeitig für Forschung, Entwicklung und kreative technische Lösungen zu begeistern.
Noah Schittenhelm und Maximilian Scheible vom Schülerforschungs-zentrum Überlingen entwickelten ein intelligentes System zur Unkrautbekämpfung. Lasertechnik und Robotik können so den Einsatz von Pflanzenschutzmittel reduzieren und einer nachhaltigen Land-wirtschaft beitragen.
Über die Nachwuchspreisträger entstanden in den vergangenen Jahren enge Verbindungen zu Schülerforschungszentren der Region. Die Stiftung unterstützt diese Einrichtungen mit erheblichen finanziellen Mitteln und fördert Projekte, in denen Schülerinnen und Schüler bemerkenswerte Leistungen zeigen. Regelmäßig berichten die Forschungszentren über erfolgreiche Teilnahmen an überregionalen und internationalen Wettbewerben. Die Stiftung nutzte daher die Preisverleihung auch, um den anwesenden Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften besondere Anerkennung für ihr Engagement aus-zusprechen.
Die Stiftung verwies zudem auf die nachhaltige Wirkung des Zukunftspreises. Im vergangenen Jahr hatte die Stiftung unter dem Titel „Zukunft gestalten“ ehemalige Preisträger und Stipendiaten eingeladen, ihre Projekte und beruflichen Entwicklungen vorzustellen. Dabei zeigte sich eindrucksvoll, dass der Zukunftspreis vielfach erfolgreiche Entwicklungen angestoßen und langfristige Wirkung entfaltet hat.